KF Wipperfürth: Auf dem Weg zur Fairtrade-Town

Tue Sep 25 09:32:23 CEST 2018
"Am 1. August hat die Weltbevölkerung alle verfügbaren Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht!" Mit diesem Datum gewann Rüdiger Steude zu Beginn des Vortrags am Mittwoch, dem 19.9., in Wipperfürth die Aufmerksamkeit der 50 Gäste.

„Wenn die Erdbevölkerung so weiterlebt, brauchen wir bis 2030 zwei Planeten, um den Bedarf an Nahrung und erneuerbaren Rohstoffen zu decken. Wir leben auf Pump von Mutter Erde und auf Kosten der nächsten Generationen. Rein rechnerisch hatte Deutschland seine verfügbaren Ressourcen in diesem Jahr bereits am 2. Mai aufgebraucht. Wenn alle Menschen auf dem Planeten so verschwenderisch leben würden wie in Deutschland, bräuchten wir eigentlich drei Erden. Damit stehen wir allerdings nicht an der Spitze dieser Rechnung, diese geht an Katar“, sagte Rüdiger Steude.

In einem lebhaften Dialog mit den Gästen erläuterte Rüdiger Steude gemeinsam mit Esther Henning Kernaussagen aus der Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus. Sie stellten Handlungsoptionen vor, um einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Als Vorbild dienen dabei auch das Kampagnenmobil des Kolpingwerkes als Beispiel für Car Sharing und die Aktion Autofasten des Erzbistums.

Die gute Nachricht ist: Jeder und jede einzelne etwas bewirken. Um Treibhausgasemissionen zu vermeiden und zu reduzieren, ändern immer mehr Menschen ihre Lebensweise. Da sich der Ausstoß von Emissionen manchmal nicht umgehen lässt, gewinnt die freiwillige Kompensation zum Beispiel über die Klima-Kollekte weiter an Bedeutung.

Ein Einzelhändler berichtete, wie seine Kunden durch Änderungen im Laden leichter Abfall vermeiden können. Die Leiterin des katholischen Kindergartens berichtete, dass schon die Jüngsten in Wipperfürth an das Thema herangeführt werden. Kommunalpolitiker*innen und Aktive aus dem Eine-Welt-Laden beschrieben ihre Erfahrungen und ergänzten die Beiträge von Esther Henning und Rüdiger Steude.

Der Abend gab einen Anstoß dafür, dass sich in Wipperfürth ein Forum Nachhaltigkeit bildet und sich die Stadt auf den Weg zur Fairtrade Town begibt. Dabei wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung mehr ist, als nur die Diskussion um den Klimawandel. Wollen wir die Schöpfung bewahren, muss in allen Bereichen des Lebens nachhaltig gehandelt werden. Neben der Ökologie müssen auch immer die beiden anderen Kriterien Ökonomie und Soziales bedacht werden.

 

Text: Kolpingwerk DV Köln/rs

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