Freitagsklick: Reformationstag 2017 - ein Thema für Kolping?

Fri Oct 27 08:00:00 CEST 2017

Tina: Peter, in diesem Jahr ist nicht nur an Allerheiligen ein freier Tag, sondern auch schon am 31. Oktober – was kannst Du uns dazu sagen? Ist das ein Tag zum Ausschlafen für Kolpinger und Katholiken?

Peter: Wie jede oder jeder mit diesem Tag umgeht, kann ich nicht sagen. Das muss jeder selber entscheiden, aber da gäbe es meinerseits schon Vorschläge. Diejenigen, die Wolfgang heißen, haben da Namenstag; andere feiern abends vielleicht eine Halloween-Party – der Grund für den Feiertag ist aber der Reformationstag. Vor 500 Jahren, am 31.10.1517, soll Martin Luther die 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben – die später zur Reformation und der Herausbildung der protestantischen Kirchen geführt hat.

 

Tina: Und warum ist das dann in diesem Jahr ein Feiertag in ganz Deutschland?

Peter: Alles das, was mit Martin Luther und der Reformation in Zusammenhang steht, hat unser Land sehr geprägt – zuerst hat es die Gesellschaft in den deutschen Landen sehr gespalten, seit dem 2. Weltkrieg hat es viele Bemühungen gegeben, die beiden großen Konfessionen wieder zusammen zu bringen – in versöhnter Verschiedenheit. Der Prozess läuft noch, aber es gibt heute wieder viel mehr Gemeinsamkeit, als Trennung. Deshalb wurde dieses Jahr auch als Christusjahr begangen und der Reformationstag als großes Christusfest. Und 500 Jahre seit dem Thesenanschlag sind so wichtig, dies auch einmal an einem Feiertag zu bedenken.

 

Tina: Und welche Verbindung kann es mit Kolping und dem Kolpingwerk geben?

Peter: Seit vielen Jahren ist das Thema Ökumene bei Kolping sehr wichtig. Auch viele evangelische Christen sind bei uns Mitglied. Mit ihnen zusammen gestalten wir die Zukunft des Kolpingwerkes. Adolph Kolping war dabei schon sehr pragmatisch: Auch protestantische Gesellen konnten in die Gesellenhäuser aufgenommen werden und an den Bildungsveranstaltungen teilnehmen – auch wenn sie keine Vorstandsaufgaben übernehmen durften. Das hat sich ja bei uns verändert. Und wir werden sehen, wohin uns die Diskussionen zum Thema „upgrade“ weiter führen werden. Als Kolpinger sollten wir uns auf jeden Fall weiterhin am ökumenischen Weg zur Einheit der Christen beteiligen.

Tina: Und welche konkreten Vorschläge hast Du für uns zum Feiertag am 31. Oktober?

Peter: Mein Vorschlag ist, den Feiertag zu nutzen, um an einem ökumenischen Gottesdienst an diesem Tag teilzunehmen, oder auch eine evangelische Kirche zu besuchen. Möglich wäre auch der Besuch des Altenberger Domes, einer Kirche, die seit vielen Jahrzehnten als Simultankirche von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam genutzt wird – und eine Wanderung im Bergischen Land lohnt sich immer!

Zurück