Freitagsklick: Peter Jansen in Pakistan: Freunde in der "Einen Welt"

Fri May 11 08:00:00 CEST 2018
Brücken bauen über kulturelle Grenzen hinweg - das ist für Kolpinger Herzenssache. Diözesanpräses Peter Jansen hat Katholiken in Pakistan besucht. Wie leben sie dort in einem überwiegend muslimischen Land? Hier ist Peter Jansens Reisebericht:

Vom 6. bis 16. April war ich in Pakistan in der Diözese Faisalabad zu Gast. Junge Dominikaner hatten mich zu ihrer Priesterweihe und Primiz eingeladen. Ein pakistanischer Priester, den ich seit 1980 kenne, hatte mich offiziell eingeladen und mir ein Zimmer und ein Auto mit Fahrer zur Verfügung gestellt. So stand der Reise nichts mehr im Wege.

Eine große Minderheit

Es war meine fünfte Reise in dieses muslimische Land, in dem die Christen eine verschwindende Minderheit von etwa 2 % darstellen. Aber etwa 1 Million Katholiken sind dann doch nicht wenig. Die Lage der Minderheiten ist schwierig, aber es ist dennoch möglich, den ererbten Glauben zu leben. Es gibt sieben Diözesen – eine davon ist Faisalabad. Wie bei uns gibt es Pfarreien, die einen Pfarrer haben und mehrere hauptamtliche Katechisten.

Auch ohne Urdu ganz dabei

Es gibt ausreichend Berufungen, sowohl in den Orden, als auch in den Diözesen. Die Priesterweihe von vier Dominikanern war ein großes Fest. Für mich war es sehr bewegend: Ohne die Sprache Urdu zu sprechen, war ich ganz eingebunden in die Weiheliturgie und durfte einem der Neupriester das Messgewand überziehen. Die Primiz am Tage darauf glich einem großen Volksfest nach den Bräuchen des Punjab. Sie fing mit 3,5 Stunden Verspätung an. Englisch ist die zweite Landessprache, daher konnte ich mich gut verständigen. Viele kannten mich schon von früheren Besuchen, daher kam ich mit vielen interessanten Menschen ins Gespräch. Die Zeit verging wie im Fluge.

Zuhause bei Freunden

Weitere Höhepunkte der neun Tage waren Besuche beim Bischof, dem Apostolischen Administrator Erzbischof Joseph Arshad, bei Schwestern-gemeinschaften und Familien, ein Priesterjubiläum, Besuch im „kleinen“ Seminar und einem Jugendfestival mit etwa 800 katholischen Jugendlichen. Die ganze Zeit über fühlte ich mich wie zu Besuch bei Freunden und nicht in der Fremde.

Trotz der unsicheren Lage in Pakistan habe ich mich keinen Augenblick unsicher gefühlt, habe mit großem Appetit pakistanisch gegessen und musste nur beim Wassertrinken aufpassen.

Nur einen Klick voneinander entfernt

Vieles gilt es weiterzuerzählen: Die Hilfe über die verschiedenen Hilfswerke kommt vor Ort an und wird gebraucht als Hilfe zur Selbsthilfe. Die persönlichen Kontakte sind über soziale Netzwerke und neue Medien wirklich gut. Wir sind nur einen Klick und eine Textnachricht voneinander entfernt und erfahren das als großes Geschenk.

Freunde in der "Einen Welt"

Füreinander Beten und aneinander Denken ist eine Bereicherung des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens. Freunde zu haben in der „Einen Welt“ und Probleme zu teilen ist großartig! Es war zu spüren, was es heißt „katholisch“ zu sein: eben nicht „klein-klein“ und eng, sondern weltumspannend. Wir sind zuhause in der Liturgie der Kirche, auch wenn man außer „Halleluja“ kein Wort versteht und trotzdem alles mitbekommt. Pfingsten ist in der Kirche Realität! Voneinander zu lernen ist keine Einbahnstraße. Wir können von Christen in vielen Ländern der Welt lernen, mit Freude unseren Glauben zu leben, zu singen, zu beten und Anbetung zu halten.

Kolping in Pakistan

Es gibt ein Kolpingmitglied in Pakistan – Obaid – ein Seminarist in Karachi. Ihn konnte ich zwar nicht treffen, aber wir sind auch so dauernd „auf Sendung“! Vielleicht wird es auch in Pakistan einmal mehr Kolpinger geben. Wir arbeiten daran! Bildung für junge Menschen bleibt ein zentrales Thema der Zukunft für dieses wunderbare Land.

Euer Diözesanpräses  Peter Jansen

Text: Peter Jansen

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