Freitagsklick: Neustart für den Familienbund der Katholiken - Die Form ändert sich, das Engagement für Familien bleibt

Fri Apr 07 08:00:00 CEST 2017
Seit April 2017 setzt der Familienbund der Katholiken im Erzbistum Köln seine Arbeit unter dem Dach des Kolpingwerks DV Köln fort. Am Montag, den 3. April, wurden die neuen Kollegen herzlich mit Blumensträußen willkommen geheißen.

Seit dem 1.4.2017 hat die Arbeit des Familienbundes der Katholiken im Erzbistum Köln eine neue Werkbank: das Kolpinghaus Köln-Mülheim. Hier wird das Kolpingwerk Diözesanverband Köln die Anliegen des Familienbundes zukünftig bearbeiten und weiterentwickeln. Ändert sich für den Familienbund mehr als die Anschrift? Martin Rose, der Vorsitzende des Kolpingwerks Diözesanverband Köln, gibt Auskunft.

Die inhaltlichen Anliegen des Familienbundes wurden zum 1. April 2017 in die fachliche Arbeit des Kolpingwerkes DV Köln integriert. Wie kam es dazu?

Die erfolgreiche strukturelle und personelle Aufstellung des Familienbundes hatte nach unserer Kenntnis nicht mehr das Potential, um die Inhalte wirksam in die Zukunft tragen zu können. Daher hat sich der Familienbund der Katholiken nach intensiven Gesprächen mit dem Generalvikariat, sowie zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Kolpingwerk Diözesanverband Köln, als eigenständiger Verein zum 31. März aufgelöst. Das Erzbistum Köln und der Familienbund sind mit der Frage an uns herangetreten, ob wir uns vorstellen können, dass die inhaltliche Arbeit unter dem Dach des Diözesanverbands fortsetzt wird.

Vordere Reihe v. l. n. r.: Sekretärin Maria Graci, Geschäftsführer Richard Feider und die Vorsitzende des Diözesanfachausschusses Leonore Overberg, Sabine Terlau (Stellv. Vorsitzende Kolpingwerk DV Köln) und Diözesanpräses Peter Jansen. Hintere Reihe v. l. n. r.: Katja Joussen (Diözesansekretärin), Dr. Philipp Wittmann (Erzbistum Köln), Thorsten John (Präsidium), Martin Rose (Vorsitzender) und Benedikt Volberg (Kolpingjugend DV Köln).
Vordere Reihe v. l. n. r.: Sekretärin Maria Graci, Geschäftsführer Richard Feider und die Vorsitzende des Diözesanfachausschusses Leonore Overberg, Sabine Terlau (Stellv. Vorsitzende Kolpingwerk DV Köln) und Diözesanpräses Peter Jansen. Hintere Reihe v. l. n. r.: Katja Joussen (Diözesansekretärin), Dr. Philipp Wittmann (Erzbistum Köln), Thorsten John (Präsidium), Martin Rose (Vorsitzender) und Benedikt Volberg (Kolpingjugend DV Köln).

Wie hat der Diözesanverband reagiert?

Wir begreifen es als große Anerkennung unserer Familienarbeit und deren Nachhaltigkeit, dass man uns zutraut, die inhaltlichen Aufgaben des Familienbunds weiterzuentwickeln. Wir sind ja Anwalt für Familien! Wir engagieren uns sowohl praktisch in der Familienarbeit, als auch auf politischer Ebene. Unser Positionspapier zur Landtagswahl setzt genau hier die Schwerpunkte: bei Familie und Bildung. Durch die Integration der inhaltlichen Aufgaben des Familienbundes, können wir unser inhaltliches Engagement, besonders im familienpolitischen Raum, qualitativ erweitern.

Wie sieht das konkret aus?

Wir haben den ständigen Diözesanfachausschuss „Familienbund der Katholiken im Erzbistum Köln“ eingerichtet. Hier haben auch die ehemaligen Mitglieder und Freunde des Familienbundes der Katholiken im Erzbistum Köln die Möglichkeit, sich weiter mit den Kolpingschwestern und Kolpingbrüdern zu engagieren.

Welche Ziele hat der Familienbund?

Der Familienbund setzt sich für Familienfreundlichkeit und Familiengerechtigkeit ein – unabhängig von parteipolitischen Interessen. Ein Beispiel ist die Kampagne „Rente sich wer kann“ – damit setzt sich der Familienbund für Beitragsgerechtigkeit in der Pflege-, Renten- und Krankenversicherung ein. Außerdem unterstützt der Familienbund eine präventive Familienpolitik.

Was heißt das?

Eine Facette ist, dass man Eltern durch Beratung und Bildungsangebote in Erziehungsfragen unterstützt. Darüber hinaus sind dem Familienbund auch Familienbildung und Familienerholung in kirchlichen Einrichtungen wichtig, um die Grundlagen für ein christlich geprägtes Miteinander zu schaffen.

Adolph Kolping hat gesagt, dass das Schicksal der Familie über kurz oder lang das Schicksal des Landes sei. Ist das nicht zu eng gefasst?

Nein, nach meiner Meinung ist dieses Kolping-Wort absolut zutreffend. Die Familie bildet unsere Gesellschaft wie unter einem Mikroskop ab: Hier lernen Kinder Regeln, erfahren Wertschätzung, Respekt, Hilfsbereitschaft. Hier wird generationenübergreifend Verantwortung übernommen. Familien - und hier ist ausdrücklich ein weiter Familienbegriff zu Grunde gelegt - leisten einen unverzichtbaren Beitrag dafür, dass unser Zusammenleben in der Gesellschaft gelingt. Doch dafür brauchen sie Zeit und Sicherheit. Deswegen stellen wir uns gegen die Ökonomisierung des Familienlebens. Eltern dürfen nicht auf ihre Einsetzbarkeit als Wirtschaftsfaktor reduziert werden, sondern brauchen flexible Rahmenbedingungen, um ihre Elternschaft mit den zahlreichen gesellschaftlichen Partnern gestalten zu können.

Das Interview führte Bettina Weise.

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