Freitagsklick: Festakademie zum 70. Geburtstag von Hubert Tintelott

Fri Feb 16 08:00:00 CET 2018
Die Liste seiner Auszeichnungen ist lang: Vom Gregoriusorden über das Bundesverdienstkreuz bis zum Ehrenzeichen des Kolpingwerkes International. Hubert Tintelott prägte als Generalsekretär fast 40 Jahre lang das internationale Engagement des Kolpingwerkes.

Mit einer stolzen Bilanz: Zu Beginn seines Engagements im Jahr 1973 hatte das Internationale Kolpingwerk 280.000 Mitglieder in 14 Ländern. Als Hubert Tintelott 2012 in den Ruhestand ging, hatte das IKW bereits 400.000 Mitglieder in 63 Ländern, verteilt auf vier Kontinente.

Zivilgesellschaft unter Druck?

Zum 70. Geburtstag von Hubert Tintelott feierten Kolping International und die Thomas-Morus-Akademie am 7. Februar mit 120 Gästen eine Festakademie mit dem Titel „Globale Zivilgesellschaft unter Druck? Auftrag und Rolle der Weltkirche“. Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg und Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, würdigte Tintelott im Hinblick auf sein jahrzehntelanges Engagement im Kolpingwerk. Schick betonte: „Eine funktionierende Zivilgesellschaft ist unabdingbar für das Wohl der Menschen.“ Es gehöre daher zur Aufgabe der Kirche, die zivilgesellschaftlichen Organisationen und sozialen Bewegungen zu unterstützen, die das Gemeinwohl fördern.

Sichtbare Erfolge - Grenzen des Handelns

Karin Kortmann, die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, moderierte eine Podiumsdiskussion mit Erzbischof Schick, Hubert Tintelott und Dr. Markus Demele, dem Generalsekretär von Kolping International über das Verhältnis von Zivilgesellschaft und Kirche. In der zweiten Diskussionsrunde kamen internationale Gäste zu Wort: Father Antony Raj, Nationalpräses von Kolping Indien, Dancille Mujawamariya, Geschäftsführerin von Kolping Ruanda und Vasyl Savka, Geschäftsführer von Kolping Ukraine. Sie berichteten eindrucksvoll von den Erfahrungen ihrer Verbände als zivilgesellschaftliche Akteure – von sichtbaren Erfolgen, aber auch von den Grenzen ihres Handelns. Zum Schluss referierte Prof. Dr. Gerhard Kruip von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz referierte über den Auftrag von Laien und Verbänden für die globale Zivilgesellschaft. „Derzeit sind nur zwei Prozent der Weltbevölkerung zu Hause in Ländern mit einer offenen Zivilgesellschaft“, sagte Kruip. Das erkläre die westliche Dominanz. „Aber es macht auch deutlich, wie sehr wir uns bemühen müssen, Menschen in solchen Ländern klug und diplomatisch zu unterstützen und zu fördern, um dort die Zivilgesellschaft zu stärken.“

 

Text: Kolping International/bw

Fotos: Kolping International/Ingrun Sauer

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