Diözesanversammlung 2017: "Vernetzt Euch!"

Fri May 12 08:00:00 CEST 2017
"Netzwerkarbeit - darauf kommt es an!", betonte Diözesanpräses Peter Jansen im Eröffnungsgottesdienst zur Diözesanversammlung am 6. Mai in Wipperfürth. Bei herrlichem Wetter trafen sich über 200 Delegierte und Ehrengäste in St. Nikolaus, um sich im Kolping-Netzwerk inspirieren zu lassen und Kraft zu tanken.

Zweite Chancen - langer Atem

"Jesus hat sich den Fischern zugewandt und sie zu Menschenfischern gemacht. Fischer können nur im Team erfolgreich sein. Sie arbeiten bei Wind, Wellen und Sturm zusammen! Hätte Jesus Einzelpersonen ansprechen wollen, wäre er zu den Anglern gegangen!“, sagte Peter Jansen. Auch im Verband brauche man Professionalität, um als Netzwerker Menschenfischer zu sein. „Doch was kann man sagen, damit Medien darauf aufmerksam werden? Das Neue können wir nicht vermelden, mit Fake News wollen wir nicht arbeiten. Deshalb schaut, dass ihr auch zweite Chancen wahrnehmt! Wir brauchen einen langen Atem für unsere Ideen, für die Verkündigung. Wir müssen uns immer wieder neu ansprechen lassen!“, sagte der Diözesanpräses.

Bürgermeister Manfred von Rekowski
Bürgermeister Manfred von Rekowski

Wählen - gegen den Hass

Nach einem beeindruckenden Bannerzug begrüßte Diözesanvorsitzender Martin Rose die Delegierten im Pfarrsaal. Er rief mit Blick auf die kommende Landtagswahl dazu auf, das Wahlrecht überlegt auszuüben und sich gegen Hass und Ausgrenzung zu positionieren. Nach einem Grußwort von Bürgermeister Michael von Rekowski lobte Klaus-Peter Flosbach (MdB) die parlamentarische Arbeit der Kolpingmitglieder im Bundestag. Klaudia Rudersdorf, die stellvertretende Vorsitzende des Kolpingwerks Deutschland, dankte dem Diözesanverband Köln für die engagierte Mitarbeit am Zukunftsprozess des Kolpingwerks: „Mitglieder aus dem DV sind überall da, wo Arbeit zu tun ist. Auf den DV Köln ist Verlass!“

Bergischer Jung mit Kolpingwurzeln

Im Studienteil sprach der bekannte Karnevalist Willibert Pauels - auch bekannt als der „Bergische Jung“ - zum Thema „Vernetzt euch!“. Der gebürtige Wipperfürther ist noch immer als Diakon in seiner Gemeinde tätig. Dem Kolpingwerk ist Willibert Pauels eng verbunden: Sein Vater war Kolpingbruder.

Willibert Pauels - ne bergische Jung
Willibert Pauels - ne bergische Jung

"Die Bärengruppe ist doof!"

„Alle Diktatoren und Fundamentalisten der Welt erkennt man daran, dass sie die Witzemacher verfolgen. Denn das Lachen besiegt die Angst!“, sagte Pauels. Hass und Spaltung beginne immer mit dem Satz „Die von der Bärengruppe sind doof“. Schon nach wenigen Tagen im Kindergarten beginnen sich Kinder voneinander abzugrenzen. „Die Bildung von Herden war ein Quantensprung der Zivilisation! Die Bindung an die Herde gibt Schutz! Seit Millionen von Jahren ist die Sicherheit der Herde tief in unser evolutionäres Muster eingewebt. Ein Beispiel ist: Wipperfürth ist älter als Düsseldorf!“ Für diesen Satz gab es den ersten Applaus im Saal.

Kölner und Düsseldorfer aus der Perspektive der Liebe

„Alle Diktatoren wissen: eine Herde fühlt sich geschlossen, wenn sie ein Feindbild hat. Das ist die Natur! Das ist nicht schlimm, so lange es spielerisch verläuft. Wenn man das in zivile Bahnen lenkt, nennt man es Kultur!“ Willibert Pauels ermutigte zum „permanenten Einüben einer Kultur der Liebe“. Aus der Perspektive der Liebe gebe es weder Hutu oder Tutsi, weder Kölner noch Düsseldorfer, meinte Pauels. Für seine Mischung aus nachdenklichen Ausführungen und kurzweiligen Anekdoten dankten ihm die Gäste mit tosendem Applaus.

Dr. Philipp Wittmann und Bettina Weise
Dr. Philipp Wittmann und Bettina Weise

Netzwerke: Immer für eine Überraschung gut

In der anschließenden Talkrunde stellte die Moderatorin Bettina Weise Beispiele erfolgreicher Vernetzung vor. Topaktuell auf der Agenda: Seit dem 1. April setzt der Familienbund der Katholiken seine wertvolle Arbeit im Kolpingzentrum in Köln-Mülheim fort. Dr. Philipp Wittmann, der Leiter der Erwachsenenseelsorge im Erzbistum Köln, sah das Bündeln der Kräfte positiv. Besonders beeindruckt habe ihn die Zuversicht und das Gottvertrauen eines Gründungsmitglieds des Familienbunds, einer 90jährigen Dame. Sie sagte zum Neustart des Familienbunds: „Wovor sollten wir denn Angst haben?“ Im Erzbistum Köln habe die Netzwerkarbeit einen hohen Stellenwert, betonte Dr. Wittmann. Die Entwicklung eines Netzwerks sei nie vorhersehbar – aber die Vorteile seien enorm.

Sirgid Stapel und Bettina Weise
Sirgid Stapel und Bettina Weise

Kulinarische Weltreisen mit dem "Eine-Welt-Dinner"

Genießen und helfen – das ist eine verlockende Kombination! Sigrid Stapel vom Internationalen Kolpingwerk  stellte das „Eine-Welt-Dinner“ vor. Die Idee: Man lädt Freunde und Bekannte zu einem Menü ein, das man nach dem neuen Kochbuch des IKW zubereitet. Die Speisen führen an die Orte der Welt, an denen das Kolpingwerk aktiv ist. Neben den Kochrezepten enthält das Kochbuch Informationen über die Kolpingarbeit vor Ort. Anstelle eines Gastgeschenks können sich die Gäste mit einer Spende an das IKW bedanken. Exotische Zutaten werden nicht benötigt: Alle Rezepte haben den Praxistest in heimischen Küchen bestanden! Deutschlands bekannteste Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks unterstützt das Projekt als Schirmherrin. Sigrid Stapel lud die Kolpingsfamilien herzlich zum Nachkochen ein. Rezepte, Dekorationen und Filme über das Projekt sind auf http://eineweltdinner.de/ zu finden.

Michael Kremer und Bettina Weise
Michael Kremer und Bettina Weise

"Bedburger Hände"

„Das haben wir schon immer so gemacht“ – diesen Satz kennt die junge Kolpingsfamilie Bedburg-Erft nicht. Der Vorsitzende Michael Kremer stellte das Netzwerk „Bedburger Hände“ vor. Schon 2014 – lange vor der großen Flüchtlingswelle – organisierte die Kolpingsfamilie einen Sprachkurs für Geflüchtete. Als immer mehr Menschen nach Bedburg kamen, vervielfachte sich das Engagement: inzwischen sind zwischen 40 und 80 Menschen  im Helferteam – manche sporadisch, andere kontinuierlich. Die „Bedburger Hände“ helfen konkret und praktisch: Sie sammeln gespendete Möbel und geben sie an Flüchtlinge weiter, übernehmen Patenschaften – und feiern Feste mit Flüchtlingen. „Wichtig ist ein guter Internetauftritt, ohne den geht es nicht“, sagte Michael Kremer. Auf Facebook sind die „Bedburger Hände“ nicht aktiv. Die Vernetzung mit der „Aktion neue Nachbarn“ des Erzbistums Köln brachte neue, wertvolle Kontakte. Das Fazit von Michael Kremer: Für gelungenes Networking braucht man keine Strategie, sondern Begeisterung.

Die glücklichen Gewinner.
Die glücklichen Gewinner.

Highlights des Jahres 2016

Nach der Verleihung des Johann-Gregor-Breuer-Preises an die Kolpingsfamilie Dieringhausen präsentierte Katja Joussen den Rechenschaftsbericht als „Highlights“ des Jahres 2016. Herausragend waren der Fachkongress zur Arbeitswelt 4.0, der Familientag und die Romwallfahrt. Die Kolpingjugend blickt auf ein gelungenes Jahr für das Projekt Blumenberg zurück. Auf dem Familientag 2016 begeisterten der Zirkus Blume und die Mädchentanzgruppe die Gäste mit ihren Darbietungen. Außerdem engagiert sich die Kolpingjugend stark in Gremien und Initiativen zu Flucht und Vertreibung. Mit einem Fußballangebot für geflüchtete Jungen hat sie es geschafft, eine anfänglich gewaltbereite Gruppe zu einem friedlichen Miteinander zu bringen.

Neue und alte Vorstandsmitglieder: v.l.n.r. Martin Rose, Esther Henning, Peter Jansen, Dietmar Püllen, Sabine Terlau, Rüdiger Steude

Wahlen

Diözesanpräses Peter Jansen wurde mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. In den kommenden drei Jahren setzt er seine inhaltlichen Schwerpunkte in der Familienarbeit und in der Betreuung der Einzelmitglieder des Diözesanverbands. Er wird sich weiterhin in der Partnerschaftsarbeit mit Kolumbien engagieren. 

Zwei neue Vorstandsmitglieder bereichern die Arbeit des Diözesanverbands: Esther Henning ist für den Bereich Eine-Welt-Arbeit gewählt worden. Sie möchte sich besonders für Nachhaltigkeit und die Partnerschaftsarbeit für Kolumbien engagieren. Rüdiger Steude ist neues Vorstandsmitglied ohne festen Arbeitsbereich. Er setzt seinen Schwerpunkt projektorientiert im Bereich Nachhaltigkeit. Dietmar Püllen als Vertreter der Bezirke bestätigt worden.

Vernetzung eröffnet neue Blickwinkel!

„Ich finde, wir haben unser Thema Vernetzung auf dieser Diözesanversammlung gleich umgesetzt!“, meinte Diözesansekretärin Katja Joussen am Ende der Veranstaltung. „Mein Fazit ist: Niemand kann vorhersehen, welche Ergebnisse Networking bringt – aber wenn wir uns vernetzen, öffnen wir uns für andere und nehmen neue Perspektiven ein. Das ist eine Stärke, die uns zukunftsfähig macht!

 

Wir hatten tolle Referenten und viele gute Gespräche am Rande. Unser herzlicher Dank geht an die Kolpingsfamilie Wipperfürth und den Bezirk Oberberg Nord für die gelungene Organisation dieses Tages!“

Text: Kolpingwerk DV Köln/bw

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